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Strategien persönlichen Verhaltens
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Da stimmt doch was nicht, da läuft was nicht
richtig! Es ist noch nicht richtig zu greifen, aber eine böse
Ahnung befällt mich. Soll ich die Situation ansprechen – wenn
ja, beim Chef, bei den Kolleginnen oder Kollegen, erst mal beim
Betriebsrat?
Die Gefahr besteht, daß ich mich lächerlich
mache, daß nichts wirklich schlimmes im Raum steht und ich mir
alles nur einbilde. Ich müßte Dinge zur Sprache bringen, die
sich gegen mich wenden würden, wenn sie nicht den Tatsachen
entsprechen. Ich müßte den Verdacht gegen den Kollegen in Worte
fassen, und habe doch keine handfesten Beweise dafür, nur die
innere Stimme, die mir sagt, daß nur er schuld sein kann.
Was ich tun kann:
fragen –
stimmt mein Eindruck, daß .....
was genau stört Sie an .......
welchen Arbeitsvorgang wollen Sie zu welchem Termin ......
Fragen bietet mir mehr Chancen, als wenn ich
Vermutungen formuliere, denn genau dieses formulieren des
eigentlichen Problems muß dann der Angesprochene übernehmen. Ist
das Problem dann "auf dem Tisch", angesprochen, kann ich
entscheiden, wie ich damit umgehe. Die allerbeste aller Reaktionen
ist
Schweigen
und genau überlegen, ob, wie, und wann ich in
welcher Form darauf eingehe.
Ob -
ich darauf eingehe, hängt davon ab, ob es
überhaupt sinnvoll ist, zu reagieren, ob sich durch eine
Antwort von mir eine Veränderung ergibt oder nicht, ob ich
mir mit einer Antwort eher schaden würde
wie -
ich könnte mit Worten reagieren, alleine
mit dem Betreffenden oder mit anderen Kollegen (Zeugen),
schriftlich (wenn es auf Fakten ankommt, auf ein bestimmtes
Datum, eine juristisch korrekte Formulierung), auch durch eine
Veränderung meines Verhaltens könnte ich reagieren (stets
Kopien von wichtigen Unterlagen machen, weniger vertraulich
sprechen, weniger oder mehr Kollegen mit einbeziehen in
Entscheidungen)
wann -
mit dem Satz: "Sie verstehen sicher, daß
ich Ihnen jetzt nicht sofort antworten kann, sobald es mir möglich
ist, werde ich Sie um eine Unterredung bitten." läßt
sich jedes unangenehme Gespräch aus einer emotionsgeladenen
Situation in eine sachlichere verschieben. Mit hoch erhobenem
Kopf den Raum verlassen bringt mehr Achtung und Respekt als
ein stotterndes, ratloses Bündel Selbstvorwürfe.
in welcher Form -
Manchmal ist es notwendig, die Reaktion auf
eine andere Person zu übertragen, z. B. den Chef, der
informiert wird über das Vorgefallene oder auch einen
Juristen, wenn die Vorwürfe rechtlich zu fassen sind, ich muß
mich nicht beleidigen lassen, Rufmord oder körperliche
Angriffe dulden.
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